Welch ein spannendes Erlebnis. Das herbei Fiebern der Geburt des 1. Crias. Ständig glaubt man die ersten Anzeichen bei der trächtigen Stute zu sehen und zu deuten. Wir möchten hier nur kurze Informationen geben, welche Anzeichen man deuten kann, um die nahende Geburt nicht zu versäumen. Die Informationen sollen kleine hilfreiche Tipps für Sie sein um sich für den Ernstfall angemessen zu verhalten. Im Zweifel ist immer ein Tierarzt schnellstmöglich zu kontaktieren.

Schon lange bevor der errechnete Geburtstermin feststeht, sollten unbedingt folgende Dinge im Stall griffbereit liegen:
•    Handtücher
•    Desinfektionsspray
•    Kompressen
•    Fläschchen mit geeignetem Nuckel
•    Handschuhe
•    Fohlenmantel
•    Spritzen
•    Waage
•    Fieberthermometer
•    Rescue Remedy (homoöpathisches Mittel für Ruhe und Gelassenheit für Mensch und Tier)
•    Kübel

Der richtige Zeitpunkt der Geburt:
Es wird in der Regel immer ein Cria zur Welt gebracht. Die Tragdauer ist sehr Unterschiedlich, aus diesem Grund ist es nicht so leicht festzustellen, wann eine Geburt los geht. Die Zeitspanne beträgt zwischen 320 und 350 Tage.  In Normalfall werden die Crias vormittags an einem sonnigen Tag auf die Welt gebracht, da Sie über keine lange Zunge verfügen, um das Junge trocken zu lecken. Das Cria wird nur durch die Sonnenstrahlen getrocknet. Aber wie immer, Ausnahmen gibt es auch hier. Aber nicht immer kann sich die Stute das Wetter aussuchen, natürlich wenn eine 2-3wöchige Schlechtwetterperiode herrscht, kann die Stute die Geburt nicht so lange hinauszögern. Auch wenn eine Stute das 1. Cria zur Welt bringt und sie noch nicht weiß was da jetzt kommt, wird sie die Tage auch nicht aussuchen.

Erste Anzeichen können sein:
Es gibt sehr viele Unterschiede untereinander bei den Stuten. Wichtig, immer die Stute beobachten, damit im Ernstfall gleich reagiert werden kann.
Typisch als Zeichen, dass die Geburt bald los geht sind das häufige hinlegen der Stute und gleich wieder aufstehen. Sie suchen öfters den Kotplatz auf um noch vor der Geburt den Darm zu entleeren. Die Stute geht in den Stall und wieder nach draußen. Aber nicht immer kann man sich auf diese Anzeichen 100%ig verlassen. Oft gibt es Stuten bei denen man überhaupt nichts mitbekommt. Wenn man morgens in den Stall geht, ist plötzlich einer mehr. So wie bei den Menschen ist jede Geburt anders und einzigartig.

Die Geburt geht los:
Zuerst hebt die Stute ihren Schwanz und man kann bereits die Nase des Crias sehen. Die Haut der Fruchtblase ist noch ganz bis die Fruchtblase dann irgendwann reißt. Im Normallfall sollte immer erst die Beine zum Vorschein kommen und der Kopf liegt dazwischen. Die Stuten gehen meist hin und her und bringen das Junge im stehen zur Welt. Nur selten legen sich die Stuten hin, aber auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel. Dann irgendwann rutscht das Cria zu Boden. Die Nasenlöcher müssen von der Fruchtblase befreit sein, damit es frei Atmen kann und keine Flüssigkeit in die Lunge eintreten kann.  Niemals bei der Stute mit Gewalt ziehen, dabei kann man sie lebensgefährliche innere Verletzungen zuziehen. Wenn die Stute Hilfe braucht sollte immer die nächste Wehe abgewartet werden bevor man behutsam beim herausziehen helfen muss. Am liebsten sollte man die Stuten aber bei der Geburt in Ruhe lassen. Sie schaffen das meist auch ohne die Hilfe des Menschen.

Die Dauer der Geburt:
Auch hier gibt es wie bei den Menschen keine genauen Zeitangaben. Oft fallen die Kleinen schon fast allein heraus und bei den anderen nach einer halben Stunde oder länger. Gleich nach der Geburt versuchen die Jungen aufzustehen. Das schaffen Sie meist schon nach 5 Minuten.

Die Nachgeburt:
Diese sollte innerhalb 2 Stunden nach der Geburt kommen. Wenn die Nachgeburt länger als 6 Stunden dauert soll man den Tierarzt anrufen. Es dauert einige Minuten, bis sie heraussen ist. Man sollte immer die Vollständigkeit der Nachgeburt kontrollieren. Wenn etwas zurückbleibt, kann dies das Leben der Stute kosten.

Cria:
Wenn die Jungen dann schon auf ihren wackeligen dünnen Beinen stehen, suchen sie instinktiv die Zitzen der Mutter. Schon innerhalb der ersten 15 Minuten trinken Fohlen die erste Milch. Natürlich ist es hier auch immer wieder unterschiedlich. Andere wiederum trinken erst nach ein paar Stunden.

Die erste Milch ist für die Crias sehr wichtig. Das Fohlen sollte unbedingt innerhalb der ersten 24 Stunden die Kolostralmilch erhalten, da darin alle notwenigen Abwehrstoffe enthalten sind. Bei richtigem Trinkverhalten geht das Schwänzchen des Crias meist nach oben. Innerhalb der ersten 12 Stunden sollte sich das Darmpech, der erste Kot,  gelöst haben. Sollte dies nicht der Fall sein sollte man dem Jungen einen Einlauf geben. Wenn das Darmpech nämlich eintrocknet, kann das Junge an der Verstopfung sterben. Die erste Zeit sollte man das Fohlen regelmäßig wiegen, um festzustellen dass es genug Muttermilch bekommt.